5 spirituelle Gewohnheiten für ein glücklicheres Leben

Was wäre, wenn nicht die großen Entscheidungen Dein Leben verändern, sondern die kleinen Dinge, die Du jeden Tag tust? Spirituelle Gewohnheiten können genau dort ansetzen – und verändern mit der Zeit, wie Du denkst, fühlst und Deinem Leben begegnest.

Wir denken oft, dass es die großen Entscheidungen sind, die unser Leben verändern. Ein neuer Job. Eine neue Beziehung. Ein Umzug. Eine große Erkenntnis. Eine Entscheidung, nach der plötzlich alles anders wird.

Aber wenn wir ehrlich sind, besteht unser Leben zum allergrößten Teil gar nicht aus diesen großen Momenten.

Es besteht aus ganz normalen Tagen.

Und deshalb sind es häufig auch nicht die großen Entscheidungen, die langfristig darüber bestimmen, wie wir uns fühlen und wie wir unser Leben erleben. Es sind die kleinen Dinge, die wir immer wieder tun.

Unsere Gewohnheiten.

Gerade im August finde ich das ein spannendes Thema. Viele von uns sind jetzt aus ihren normalen Routinen heraus: Wir haben Urlaub, sind unterwegs, stehen später auf, essen anders, verbringen unsere Tage anders. Und genau dadurch können wir plötzlich erkennen, wie viele Dinge wir zu Hause ganz automatisch tun.

Das ist eine wunderbare Gelegenheit, sich zu fragen:

Welche meiner Gewohnheiten tun mir eigentlich wirklich gut? Und welche möchte ich vielleicht gar nicht wieder mit zurück in meinen Alltag nehmen?

Was macht uns glücklich?

5 Dinge, die die Forschung immer wieder findet

Wenn wir uns die Forschung zu Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit anschauen, tauchen einige Dinge immer wieder auf. Interessanterweise sind das keine besonders komplizierten Dinge.

1. Beziehungen aktiv pflegen

Wir Menschen brauchen Verbindung. Gute soziale Beziehungen gehören zu den wichtigsten Faktoren für unser Wohlbefinden.

Dabei reicht es nicht unbedingt, viele Menschen zu kennen. Entscheidend ist die Qualität unserer Beziehungen.

Miteinander sprechen. Wirklich zuhören. Gemeinsam essen. Sich melden. Interesse zeigen. Nähe zulassen.

Vielleicht ist deshalb eine der einfachsten Gewohnheiten für ein glücklicheres Leben:

Umgebe dich mit den richtigen Menschen.

2. Dankbarkeit praktizieren

Dankbarkeit ist weit mehr als positives Denken.

Es geht nicht darum, Schwierigkeiten schönzureden oder sich einzureden, dass alles wunderbar ist. Dankbarkeit bedeutet vielmehr, unsere Aufmerksamkeit immer wieder auch auf das zu richten, was bereits da ist.

Was war heute schön?

Wer hat mir gutgetan?

Was funktioniert gerade in meinem Leben?

Worüber habe ich mich gefreut?

Auch Dankbarkeitsübungen werden in der Forschung mit positiven Effekten auf verschiedene Aspekte unseres Wohlbefindens in Verbindung gebracht.

3. Sich regelmäßig bewegen

Unser Körper und unser psychisches Wohlbefinden lassen sich nicht voneinander trennen.

Regelmäßige Bewegung wirkt sich auf sehr viele Bereiche unseres Wohlbefindens aus. Und dafür müssen wir nicht jeden Tag ein perfektes Sportprogramm absolvieren.

Spazierengehen, schwimmen, Yoga, Fahrradfahren oder Gartenarbeit zählen genauso.

Entscheidend ist, dass Bewegung ein selbstverständlicher Teil unseres Lebens wird.

4. Regelmäßig und ausreichend schlafen

Auch Schlaf gehört zu den Grundlagen unseres Wohlbefindens.

Wie wir mit Stress umgehen, wie emotional ausgeglichen wir sind, wie viel Energie wir haben und wie belastbar wir uns fühlen, hängt auch davon ab, wie gut und ausreichend wir schlafen.

Und trotzdem behandeln wir Schlaf manchmal so, als wäre er die Zeit, die am Ende des Tages noch übrig bleibt.

Betrachte deinen Schlaf als das, was er ist: Eine Grundlage dafür, dass es dir gutgeht.

5. Zeit in der Natur verbringen

Auch Naturkontakt wird in der Forschung mit positiven Effekten auf unser Wohlbefinden in Verbindung gebracht.

Und ich glaube, wir kennen dieses Gefühl alle.

Am Wasser sitzen. Durch einen Wald laufen. In den Himmel schauen. Barfuß durch eine Wiese gehen. Den Wind spüren.

Plötzlich wird etwas ruhiger.

Das liegt nicht nur daran, dass wir draußen sind. Sondern auch daran, dass wir für einen Moment aufhören, permanent etwas leisten oder verarbeiten zu müssen.

Wir wissen meistens, was uns guttut – aber warum tun wir es nicht?

Das ist für mich die eigentlich interessante Frage.

Die meisten von uns wissen, dass Bewegung guttut. Wir wissen, dass ausreichend Schlaf wichtig ist. Wir wissen, dass wir weniger am Handy und mehr draußen sein könnten.

Und trotzdem tun wir es oft nicht.

Warum?

Weil Wissen allein unser Verhalten erstaunlich wenig verändert.

Hier kommen unsere Gewohnheiten ins Spiel.

5 wichtige Fakten über Gewohnheiten

Die Forschung zur Gewohnheitsbildung zeigt sehr schön, warum gute Vorsätze allein häufig nicht reichen.

1. Gewohnheiten sparen Energie

Unser Gehirn möchte nicht jeden Morgen wieder neu darüber diskutieren, ob wir uns die Zähne putzen.

Wir tun es einfach.

Genau das macht eine Gewohnheit so kraftvoll: Ein Verhalten wird mit der Zeit zunehmend selbstverständlich. Wir müssen weniger darüber nachdenken und weniger entscheiden.

Das bedeutet aber auch:

Je mehr Dinge, die uns guttun, zu Gewohnheiten werden, desto weniger Willenskraft brauchen wir dafür.

2. Wiederholung ist wichtiger als Motivation

Motivation ist wunderbar.

Aber sie ist unzuverlässig.

An manchen Tagen sind wir hochmotiviert und wollen unser ganzes Leben verändern. Drei Tage später möchten wir morgens einfach nur liegen bleiben.

Gewohnheiten funktionieren anders.

Sie entstehen durch Wiederholung.

Deshalb sollte eine gute Gewohnheit nicht nur an einem hochmotivierten Sonntag funktionieren, sondern auch an einem ganz normalen Dienstagmorgen.

3. Der Kontext ist entscheidend

Unser Gehirn verbindet Gewohnheiten mit bestimmten Situationen.

Deshalb ist:

„Ich möchte mehr meditieren.“

noch keine besonders gute Strategie.

Viel hilfreicher ist:

„Nachdem ich morgens meine Zähne geputzt habe, meditiere ich fünf Minuten.“

Plötzlich hat die neue Gewohnheit einen festen Platz.

4. Wenn-dann-Pläne helfen

In der Psychologie spricht man von sogenannten Implementation Intentions.

Die Idee dahinter ist wunderbar einfach:

Wenn X passiert, mache ich Y.

Zum Beispiel:

Wenn ich morgens meinen Kaffee gekocht habe, setze ich mich fünf Minuten in die Stille.

Wenn ich abends ins Bett gehe, schreibe ich drei Dinge auf, für die ich dankbar bin.

Wenn ich merke, dass ich gestresst werde, atme ich dreimal bewusst ein und aus.

Je konkreter wir festlegen, wann etwas passieren soll, desto leichter kann aus einer guten Absicht tatsächliches Verhalten werden.

5. Klein anfangen ist häufig klüger als groß anfangen

Wir neigen dazu, Veränderung groß zu denken.

Ab morgen 30 Minuten Meditation.

Viermal Sport pro Woche.

Kein Zucker mehr.

Jeden Abend Tagebuch.

Und zwei Wochen später ist alles wieder vorbei.

Wenn Du eine neue Gewohnheit etablieren möchtest, mach sie deshalb zunächst so klein, dass Du kaum einen Grund hast, sie nicht zu tun.

Nicht 30 Minuten meditieren.

Drei Minuten.

Nicht jeden Abend drei Seiten Tagebuch.

Drei Sätze.

Aus drei Minuten können irgendwann 20 werden. Aber zuerst muss die Gewohnheit einen Platz in Deinem Leben bekommen.

5 spirituelle Gewohnheiten für ein glücklicheres Leben

Und damit kommen wir zur Spiritualität.

Denn auch Spiritualität lebt für mich nicht nur von großen Erkenntnissen, außergewöhnlichen Erfahrungen oder besonderen Momenten.

Sie lebt davon, wie wir unseren ganz normalen Alltag gestalten.

Diese fünf spirituellen Gewohnheiten halte ich dabei für besonders wertvoll.

1. Jeden Tag in die Stille gehen

Wir nehmen tagsüber unglaublich viel auf.

Nachrichten. Gespräche. Podcasts. Social Media. E-Mails. Musik. Informationen.

Und dazwischen versuchen wir, unsere eigene Stimme wahrzunehmen.

Das ist schwierig.

Deshalb halte ich tägliche Stille für eine der wichtigsten spirituellen Gewohnheiten überhaupt.

Du musst dafür nicht eine Stunde meditieren.

Setz Dich hin.

Atme.

Sei für ein paar Minuten still.

Und höre auf, etwas erreichen zu wollen.

Stille schafft den Raum, in dem wir uns selbst wieder wahrnehmen können.

2. Den Morgen bewusst beginnen

Wie beginnen Deine ersten zehn Minuten am Morgen?

Mit Dir?

Oder bereits mit der Außenwelt?

Viele von uns greifen sehr schnell zum Handy. Und innerhalb weniger Minuten sind wir bei anderen Menschen, Problemen, Nachrichten, Terminen und Anforderungen.

Versuche stattdessen, zuerst bei Dir anzukommen.

Frage Dich:

Wie geht es mir heute?

Was brauche ich heute?

Wie möchte ich durch diesen Tag gehen?

Schon wenige Minuten können einen Unterschied machen.

Du beginnst Deinen Tag dann nicht nur als Reaktion auf das, was von außen kommt, sondern aus einer eigenen inneren Ausrichtung heraus.

3. Dankbarkeit üben und den Tag bewusst abschließen

Am Abend können wir dasselbe noch einmal tun.

Bevor der Tag einfach verschwindet, schauen wir zurück.

Wofür bin ich heute dankbar?

Was war schön?

Was hat mich berührt?

Wann war ich ganz bei mir?

Was habe ich heute verstanden?

Dabei geht es nicht darum, jeden Tag für großartig erklären zu müssen.

Auch ein schwieriger Tag darf schwierig gewesen sein.

Aber wir beginnen, unser Leben bewusster wahrzunehmen.

Und vielleicht entdecken wir dabei, dass selbst an einem anstrengenden Tag kleine Momente da waren, die gut waren.

4. Mit dem eigenen Körper in Verbindung bleiben

Spiritualität bedeutet für mich nicht, möglichst weit aus dem Körper herauszukommen.

Im Gegenteil.

Unser Körper ist ein wunderbarer Resonanzraum.

Wie fühlt sich etwas an?

Wo fühle ich mich wohl?

Wo werde ich eng?

Wann entspanne ich mich?

Versuche deshalb, im Laufe des Tages immer wieder kurz in Deinen Körper hineinzuspüren.

Nicht analysieren. Nur wahrnehmen.

Je besser wir unseren Körper kennen, desto leichter können wir auch unterscheiden lernen, was uns wirklich guttut und was nicht.

5. Spirituelle Erkenntnisse in Handlung übersetzen

Das ist für mich die wichtigste spirituelle Gewohnheit überhaupt.

Wir können meditieren. Wir können beten. Wir können channeln.

Wir können Karten ziehen. Wir können wunderbare Erkenntnisse haben.

Aber irgendwann müssen wir aufstehen und unser Leben leben.

Und dann stellt sich die entscheidende Frage:

Was mache ich aufgrund dessen, was ich erkannt habe, heute anders?

Wenn ich erkenne, dass mir eine Situation nicht mehr guttut – setze ich eine Grenze?

Wenn ich spüre, dass ich Ruhe brauche – nehme ich sie mir?

Wenn meine Intuition mir immer wieder dasselbe sagt – höre ich irgendwann darauf?

Wenn ich erkenne, was mir wichtig ist – bekommt es tatsächlich einen Platz in meinem Leben?

Für mich wird Spiritualität genau hier lebendig.

Wenn Erkenntnis zu Handlung wird.

Warum sich eine spirituelle Praxis lohnt

Eine regelmäßige spirituelle Praxis bedeutet nicht, dass plötzlich alle Probleme verschwinden oder unser Leben immer leicht wird. Aber sie kann etwas Entscheidendes verändern: wie wir uns selbst wahrnehmen, wie wir mit Herausforderungen umgehen und wie bewusst wir unser Leben gestalten. Auch die Forschung findet Zusammenhänge zwischen regelmäßigen meditativen und spirituellen Praktiken und verschiedenen Aspekten von Wohlbefinden, Stressregulation, Sinnempfinden und Lebenszufriedenheit.

Für mich sind es vor allem fünf Veränderungen, die eine spirituelle Praxis so wertvoll machen:

1. Wir werden ruhiger und gelassener.
Wenn wir regelmäßig meditieren, in die Stille gehen oder bewusst innehalten, unterbrechen wir das permanente Reagieren auf unsere Außenwelt. Wir lernen, Gedanken und Gefühle wahrzunehmen, ohne ihnen sofort folgen zu müssen. Gerade für Meditation und Achtsamkeitspraktiken zeigt die Forschung positive Effekte auf Stress, Ängstlichkeit und psychisches Wohlbefinden.

2. Wir lernen uns selbst besser kennen.
Spirituelle Praxis bedeutet immer auch Selbstbeobachtung. Was fühle ich? Was brauche ich? Was tut mir gut? Wo handle ich aus Angst, Gewohnheit oder den Erwartungen anderer? Je regelmäßiger wir uns diese Momente der Innenschau schenken, desto leichter können wir erkennen, was wirklich zu uns gehört.

3. Wir erleben mehr Sinn und Verbundenheit.
Spiritualität richtet unseren Blick über das reine Funktionieren im Alltag hinaus. Wir beschäftigen uns mit Fragen wie: Was trägt mich? Was ist mir wirklich wichtig? Wofür bin ich hier? Forschung zu Spiritualität und Wohlbefinden findet immer wieder Zusammenhänge mit Sinnempfinden, Verbundenheit und Lebenszufriedenheit. Dabei muss Spiritualität nicht zwingend religiös sein – entscheidend ist das Erleben einer Verbindung mit etwas, das über unser unmittelbares Ich hinausgeht.

4. Wir entwickeln mehr Vertrauen und innere Stabilität.
Eine spirituelle Praxis kann zu einem inneren Anker werden. Gerade wenn im Außen nicht alles nach Plan läuft, haben wir etwas, zu dem wir zurückkehren können. Wir lernen, Unsicherheit eher auszuhalten, nicht auf alles sofort eine Antwort haben zu müssen und darauf zu vertrauen, dass wir auch mit schwierigen Situationen umgehen können.

5. Wir gestalten unser Leben bewusster.
Das ist für mich der entscheidende Punkt. Spirituelle Praxis sollte nicht bei schönen Meditationen oder Erkenntnissen aufhören. Wenn wir uns selbst besser wahrnehmen, klarer erkennen, was uns wichtig ist, und stärker mit unserer inneren Stimme verbunden sind, können wir auch anders handeln. Wir setzen Grenzen, treffen bewusstere Entscheidungen, verändern Dinge, die uns nicht guttun, und geben dem mehr Raum, was uns wirklich wichtig ist.

Spirituelle Praxis verändert also nicht unbedingt das, was uns im Leben begegnet. Aber sie kann grundlegend verändern, wie wir dem Leben begegnen.

Möchtest Du Deine Spiritualität wirklich leben?

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Kristina Sacken

Kristina Sacken
Juristin, Politologin, Medium

Man könnte denken, wer als Medium und spirituelle Beraterin arbeitet, sei ein totaler Gefühlsmensch. Das Gegenteil ist bei mir der Fall.
Ich bin ursprünglich ausgebildete Juristin und Politologin und erst später habe ich in London Mediumship studiert. Seit ich mich erinnern kann, habe ich meine komplexe innere Welt mit meinem Verstand analysiert und geordnet. Ich wollte immer genau verstehen, was in mir passiert. Viele Jahre habe ich als Geschäftsführerin „weltlicher“ Firmen gearbeitet, bis ich mich 2013 ganz meiner Medialität gewidmet und die Kristina Sacken Akademie gegründet habe, in der ich mein Wissen über Medialität weitergebe.

Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch sich selbst helfen kann, wenn er die Intelligenz seines Herzen zu nutzen weiß. Und dass diese Fähigkeit die Voraussetzung für ein glückliches Leben ist.

In meiner Akademie lehre ich, wie man seine medialen Fähigkeiten entwickeln kann. Dabei ist mir die Balance zwischen spirituellen Höhenflügen und pragmatischer Weltlichkeit immens wichtig. Das eine kann nicht ohne das andere stattfinden.